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Mein Schriftverkehr, Fragen an Virologen und Forscher !


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Mein Schriftverkehr, Fragen an Virologen und Forscher !

Beitrag#1von Eline » 13. Mai 2008 17:30

Meine Fragen an Reimar Johne :mrgreen:

Sehr geehrter Herr Johne,
da mein Pferd an einem equinen Sarkoid erkrankt war o. noch immer ist, lese ich mich seit geraumer Zeit durchs Internet.
Hierbei *stolpere* ich über die verschiedenen Forschungsgruppen und diversen Impfstoffe. Leider ist es mir als Laien nicht ersichtlich, welche Impfstoffe sich noch in der Forschung befinden, welche bereits auf dem Markt sind und wodurch diese sich unterscheiden.

1. dentrische Zellen
2. Vakzine aus Tumorteilen
3. Therapeutische DNA Impfstoffe
4. BPV-Proteine
5. CVLP - Immunisierung
6. BPV 1-CVLPs / Dr. Martin Müller
7. Impfstoff mit chimären- virusähnlichen Partikeln des DKFZ/ Dr.Martin Müller

(denke Punkt 4-7 ist der Selbe Impfstoff?)

wodurch unterscheiden diese sich, was ist der Unterschied zu BCG, Regressin/Equimune, Zylexis/Baypamun?

Vielen Dank im voraus

Gruß Irene Lorenz


Liebe Frau Lorenz,
ich selbst bin leider nicht mehr in der Sarcoid-Forschung tätig, werde
aber trotzdem versuchen, Ihre Fragen zu beantworten.

Meines Wissens nach existiert kein kommerziell verfügbarer Impfstoff
speziell gegen das equine Sarcoid. Die beschriebenen Impfstoffe sind
entweder in der Erforschung oder werden in kleinem Massstab von
speziellen Laboren hergestellt. Zu den speziellen Impfstoffen:

1. dentrische Zellen - dies sind spezielle Immunzellen, die den Tumor
bekämpfen sollen. Bisher nur Forschung.

2. Vakzine aus Tumorteilen - kann man herstellen aus dem entfernten
Sarcoid oder aus Rinderwarzen - Erfolgsaussichten gering.

3. Therapeutische DNA Impfstoffe - bestehen nur aus Erbmaterial, das
nach Immunisierung einen Impfschutz geben soll - bisher nur in der
Forschung.

4. BPV-Proteine - Diese Bezeichnung ist etwas ungenau. Entweder sind
nur die Kapsidproteine gemeint (Erfolgsaussichten gering) oder in
Verbindung mit sogenannten "frühen Proteinen" (in diesem Fall wie 5. -
7.) - bisher nur Forschung

5. CVLP - Immunisierung, 6. BPV 1-CVLPs / Dr. Martin Müller, 7.
Impfstoff mit chimären- virusähnlichen Partikeln des DKFZ/ Dr.Martin
Müller - dies ist in der Tat alles das gleiche. Hier werden spezielle
Partikel hergestellt, die auch die "frühen Proteine" enthalten. Die
Immunantwort gegen diese Proteine ist wichtig, wenn die Vakzine
richtig wirken soll. Bisher gibt es bei frühzeitiger Behandlung gute
Erfahrungen. Bisher allerdings auch nur in kleinen Mengen direkt von
Herrn Dr. Müller (DKFZ Heidelberg) erhältlich.

was ist der Unterschied zu BCG - dies ist eine Präparation aus
bestimmten Bakterien, die die Immunantwort unspezifisch anregt und die
Entfernung des Tumormaterials verbessern soll.

Regressin/Equimune - kenne ich nicht genau, scheint aber ähnlich wie
BCG zu wirken.

Zylexis/Baypamun? - auch ein unspezifischer Immunstimulatorr, der aber
auf der Basis eines Virus (Parapockenvirus) wirkt.

Viele Grüße
Reimar Johne


Sehr geehrter Herr Dr. Johne,

in Bezug auf das equine Sarkoid und die anderen Hauterkrankungen des Pferdes hätte ich noch ein paar Fragen, welche mir mein TA leider nicht beantworten kann:

bei diesen Link http://vetstudy.johanneslink.de/pafiled ... ubjuhn.pdf haben ich folgendes gefunden:

Virale Infektionskrankheiten der Haut Papillomatose
? Gutartige Geschwülste des Epithelgewebes, treten als multiple Warzen auf
Symptome
? In erster Linie bei Fohlen und Jungpferden bis zu 3Jahren

Hauttumoren
1. Papillom
? Bestehen aus bindegewebiger, papillärer Basis, bedeckt mit hautähnlichen, dichten, verhornenden
Epithellagen

und in einer Dissertation der FU Berlin folgendes:
Papillomvirusinfektionen des Pferdes
Equines Papillom

Das von OBanion et al. (1986) identifizierte equine Papillomvirus (EPV) induziertbeim Pferd kleine, grau bis rosa erscheinende, blumenkohlartige, meist gestielte Warzen an der Haut. Die häufigsten Lokalisationen sind das Maul, die Augenlider und die Ohren. Man findet sie jedoch auch an den Gliedmaßen und am Thorax. Es erkranken bevorzugt junge Pferde im Alter zwischen 6 Monaten und 3 Jahren (Williams 1997). In der Regel zeigt sich spontane Regression innerhalb von 3 Monatenmit nachfolgend ausgebildeter Immunität (Olson u. Cook 1951; Pascoe u. Summers1981; Williams 1997). Papillome sind kontagiös. Die Übertragung erfolgt durchKontakt vorgeschädigter Haut mit kontaminiertem Putzzeug oder tierärztlichenInstrumenten. Auch stechende Insekten können Papillomvirus übertragen (Williams1997).

Was ist nun der Unterschied zwischen Hautumor Papillom und viralen Papillom ..ich dachte immer equine Papillome sind die Fohlenwarzen und immer viral ausgelöst?

Wo ist der Unterschied zwischen Hauttumor Papillom und equinen Sarkoid?

Dann hat mich im Netzt noch verwirrt, daß das equine Sarkoid oft als Fibrosarkom bezeichnet wird, ist das nun das selbe oder nicht?

Dann noch eine Frage: Equines- Karzinom, Sarkome und Melanome sind ja wie ich gelesen habe maligne und neigen zur Metastasenbildung. Wird ein solcher Tumor mittels Biopsie festgestellt, woher weiß man dann ob dieser evt. schon Metastasen gebildet hat?

Ich hoffe sie können mir meine Fragen beantworten, aber je mehr ich lese umso verwirrter bin ich, was die verschiedenen Hauttumore beim Pferd betrifft.

Mit freundlichem Gruß
Irene Riedel-Lorenz



anbei zu den weiteren Fragen:

Wo ist der Unterschied zwischen Hauttumor Papillom und equinen
Sarkoid?
Dann hat mich im Netzt noch verwirrt, das das equine Sarkoid oft als
Fibrosarkom bezeichnet wird, ist das nun das selbe oder nicht?
Dann noch eine Frage: Equines- Karzinom, Sarkome und Melanome sind ja
wie ich gelesen habe maligne und neigen zur Metastasenbildung. Wird ein
solcher Tumor mittels Biopsie festgestellt, woher weiß man dann ob
dieser evt. schon Metastasen gebildet hat?


- Ich versuche, diese Fragen gesammelt zu beantworten.

Beim Pferd gibt es mehrere durch verschiedene Papillomviren ausgelöste Hauttumoren.
So sind beispielsweise ganz normale Warzen möglich, die wie beim Menschen
einfach Hautverdickungen sind und die nicht weiter problematisch sind, zumeist aber nur
bei Fohlen.

Das Sarcoid ist allerdings deutlich problematischer. Es wird durch
Papillomviren des Rindes ausgelöst und zeichnet sich durch invasives
Wachstum aus, wobei nicht nur die Epidermis (oberste Hautschicht),
sondern auch tiefere Schichten betroffen sind (deshalb Fibrosarkom).

Dieser Tumor neigt nicht zur Metastasenbildung, ist aber insofern
"bösartig" als er nach der chirurgischen Entfernung sehr häufig
wieder erscheint. Die Diagnose equines Sarcoid lässt sich tatsächlich
gut über eine Biopsie und histologische Untersuchung stellen, da man
dabei das typische veränderte Gewebe sehen kann.

Viele Grüße
Reimar Johne
.....nur eine langweilige Frau hat einen perfekten Haushalt .....
Gruß Irene/ Eline
Bild http://www.knabstrupper-af-hyldgard.de.tl


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Die von mir und anderen Usern eingestellten Erfahrungen u. Berichte ersetzen keinen Tierarzt.
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Sprecht bitte immer vorher mit eurem Tierarzt.
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Beitrag#2von Eline » 13. Mai 2008 17:40

Und natürlich auch an Prof.Dr. Martin Müller vom Krebsforschungszentrum Heidelberg/ Forschungsleiter Impfstoff gegen Sarkoide.

Sehr geehrter Herr Dr. Müller,

in Bezug auf das equine Sarkoid und die anderen Hauterkrankungen des Pferdes hätte ich noch ein paar Fragen, welche mir mein TA leider nicht beantworten kann:

bei diesen Link http://vetstudy.johanneslink.de/pafiled ... ubjuhn.pdf haben ich folgendes gefunden:

Virale Infektionskrankheiten der Haut Papillomatose
? Gutartige Geschwülste des Epithelgewebes, treten als multiple Warzen auf
Symptome
? In erster Linie bei Fohlen und Jungpferden bis zu 3Jahren

Hauttumoren
1. Papillom
? Bestehen aus bindegewebiger, papillärer Basis, bedeckt mit hautähnlichen, dichten, verhornenden
Epithellagen

und in einer Dissertation der FU Berlin folgendes:
Papillomvirusinfektionen des Pferdes
Equines Papillom
Das von OBanion et al. (1986) identifizierte equine Papillomvirus (EPV) induziertbeim Pferd kleine, grau bis rosa erscheinende, blumenkohlartige, meist gestielte Warzen an der Haut. Die häufigsten Lokalisationen sind das Maul, die Augenlider und die Ohren. Man findet sie jedoch auch an den Gliedmaßen und am Thorax. Es erkranken bevorzugt junge Pferde im Alter zwischen 6 Monaten und 3 Jahren (Williams 1997). In der Regel zeigt sich spontane Regression innerhalb von 3 Monatenmit nachfolgend ausgebildeter Immunität (Olson u. Cook 1951; Pascoe u. Summers1981; Williams 1997). Papillome sind kontagiös. Die Übertragung erfolgt durchKontakt vorgeschädigter Haut mit kontaminiertem Putzzeug oder tierärztlichenInstrumenten. Auch stechende Insekten können Papillomvirus übertragen (Williams1997).

Was ist nun der Unterschied zwischen Hautumor Papillom und viralen Papillom ..ich dachte immer equine Papillome sind die Fohlenwarzen und immer viral ausgelöst?

Wo ist der Unterschied zwischen Hauttumor Papillom und equinen Sarkoid?

Dann hat mich im Netzt noch verwirrt, das das equine Sarkoid oft als Fibrosarkom bezeichnet wird, ist das nun das selbe oder nicht?

Dann noch eine Frage: Equines- Karzinom, Sarkome und Melanome sind ja wie ich gelesen habe maligne und neigen zur Metastasenbildung. Wird ein solcher Tumor mittels Biopsie festgestellt, woher weiß man dann ob dieser evt. schon Metastasen gebildet hat?

Ich hoffe sie können mir meine Fragen beantworten, aber je mehr ich lese umso verwirrter bin ich, was die verschiedenen Hauttumore beim Pferd betrifft.

Mit freundlichem Gruß
Irene Riedel-Lorenz


Sehr geehrte Frau Riedel:

Als Tumor wird im allgemeinen eine Gewebswucherung bezeichnet, obwohl man meist krebsartige Veränderungen meint. Aber auch Hautwarzen, wie sie beim Menschen auftreten, könnte man als Tumor bezeichnen. Das ist aber nicht sehr üblich.

Haut-Papillome sind Warzen der Haut und werden von Papillomviren verursacht. Papillome bei Pferden werden durch Pferdepapillomviren verursacht und entsprechen den Hautwarzen beim Menschen. Sie sind auch infektiös, allerdings haben die meisten Pferde (Menschen) bereits einen Immunschutz entwickelt. Daher bekommt man auch nicht gleich Warzen, wenn man jemandem die Hand schüttelt und dabei mit Warzen in Berührung kommt.

Sarkoide beim Pferd sind dagegen von Rinderpapillomviren verursacht. Die können sich nach allgemeiner Annahme nicht bei Pferden vermehren. Diese Tumore sind gutartig, da sie nicht in andere Organe einwandern und Metastasen bilden. Es ist unklar, wie die Pferde mit den Rinderpapillomviren infiziert werden. Allerdings entwickeln nur wenige der infizierten Tiere Sarkoide.

Ich hoffe, dies hilft Ihnen!


Viele Grüße,

Martin Müller
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Beitrag#3von Michi » 13. Mai 2008 18:49

huhu :) *hihi*

Ja, die Antwort hab ich auch vom Martin Müller bekommen :)

die beiden Virologen hast aber ausgequetscht, was :mrgreen:
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Beitrag#4von Eline » 13. Mai 2008 20:07

hier nochmal zusammenfassend:

Virusinfektion ist die Papillomatose (Pferdewarzenvirus) und wenn daraus eine Warze=Tumor wächst , dann nennt man dieses Gewächs Papillom.

Damit man es unterscheiden kann wenn es aus dem Rinderwarzenvirus wächst, heißt eben equines Sarkoid und das Sarkoid ist dem Fibrosarkom sehr ähnlich. Nur ein Sarkom wächst ohne Viren :-)))

sogesehen:
Rinderwarzenvirus und Tumor = Sarkoid
kein Virus und selber Tumor = Fibrosarkom
Vorteil beim Virustumor ..keine Metastase
Nachteil ... keine Immunreaktion Sarkoide kommen immer nach, wenn Virus neu von außen eindringt

Pferdewarzenvirus und Tumor= Fohlenwarze
Virus wird vom eigenen Immunsystem erkannt und gekillt, Immunität besteht, Warzen fallen ab
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Beitrag#5von Michi » 13. Mai 2008 20:30

ok, bis dahin kann ich dir noch folgen..

also, wir wissen nicht, wie das Papillonvirus vom Rind zum Hoppa kommt, wir wissen aber mittlerweile, dass es bei Hoppas mit einer Immunschwäche ausbricht :mrgreen: oder?

aber woher will ich denn dann wissen, das es nur genügt, das Immunsystem vom Hoopa zu stärken, wenn das ES schon da is? Hoppas Immunsystem ja voll im A.... :(

Is a Virus nicht überall im Körper???



Auch wenn ich noch keinen Durchblick habe, finde ich dein Forum Klasse :mrgreen: :mrgreen: [schild=1 fontcolor=FF0000 shadowcolor=C0C0C0 shieldshadow=1]SUPER [/schild]
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Beitrag#6von Eline » 13. Mai 2008 22:07

Also, der KUHVirus kommt ursprünlich mittels Stechfliege von der Kuh zum Pferd, also ein Blutströpfchen auf Wanderschaft. In dem Blutströpfchen sitzt der Rinderwarzenvirus.

Nachweisen können die Forscher nun nur, das die Pferde den Kuhvirus in sich haben.

Nicht jedes Pferd mit Kuhvirus hat auch Sarkoide
aber jedes Sarkoidpferd den Kuhvirus (oder die zwei bovinen PV)


An der Stelle an der das Blutströpfchen eindringt, kann ein Sarkoid wachsen. Der Virus ist nun zwar im Blut innen, aber da greift er nichts an, da kann also nichts wachsen.

Bösartige Tumore wachsen ja auch nicht aus einem Virus im Blut, sondern da geht eine Tumorzelle im Lymphsystem auf Wanderschaft.
Der Virus muß sozusagen mit einem Blutströpfchen raus aus dem Pferd(oder Kuh) und wieder über die Haut rein, damit dann an der Haut ein Sarkoid wächst.

Da der Virus zur KUH gehört, reagiert das Pferd nicht mit der typischen Warzenimmunantwort, wie bei den Warzenviren die den Pferd gehören (equine PV).

Und weil viele Pferde den Virus übertragen, aber keine Sarkoide haben, muß noch etwas dazu führen, damit die Sarkoide wachsen. Da wird ein vererbter Gendefekt erwähnt.

Das Immunsystem spielt halt dahingegen eine Rolle, daß die Tumorwachstumsgeschwindigkeit gebremmst wird. Oder sich eine entartete Zelle (die mit dem Blutströpchen in Berührung kam) nicht sofort 10000fach vermehrt und verückt spielt.

Ist ja generell so, daß je besser das Immunsystem funktioniert, umso harmloser laufen Krankeiten ab.

So ungefähr ist der derzeitige Stand zum Sarkoid.


Das ganze Problem an den Forschern ist, das sie eigentlich nie mit einem Sarkoidpferd zu tun haben, sondern nur die Viren in den Reagenzgläschen halten, aber der Gesammtzusammenhang ist wenig erforscht. Der einzige der da Ahnung hat, ist Prof. Knottenbelt, der arbeitet mit einer Tierklinik zusammen und dem fehlt wieder der virologische Hintergrund, der arbeitet also nur an dem Tumor.

Was generell fehlt, ist eine Zusammenarbeit von Pferdebesitzern, die Proben zur Verfügung stellen, Virologen und Tumorspezialisten. Aber das ist finanziell nicht machbar oder kein Intresse dran, denn es gibt zuwenige potentielle Käufer für die entwickelte *Wunderwaffe* ....

Daher werden Sarkoide oder Viren nur zur Forschung genommen und die *Wunderwaffe* Krebs oder generelle *Virenwundermittel* zu finden :( Bevor so Impfstoffe auf dem Markt kommen, werden sie eben an Tieren mit ähnlichen Erkrankungen getestet, wenns hilft haben wir Glück und die Forscher noch ein Mittel extra gewonnen .....

so ... keine Garantie für meine Erklärung, aber so hab ichs damals verstanden :mrgreen:
die alten Mails hab ich leider alle nicht mehr :(
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Beitrag#7von Michi » 14. Mai 2008 04:42

huhu :mrgreen:
aslo, das ist mir ja klar, dass der Tumor nur dann wachsen kann, wenn der Virus im Pferd ist und ein geschwächstes Immunsystem.
so, auch wenn der Dr.Müller sagt, sie wissen nicht, wie das Rindervirus ins Pferd gelangt, kann man dann alo doch von Stechmücken ausgehen? wie soll denn dann sonst das BPV ins Pferde gelangen? Und von Pferd zu Pferd is ja eugentlich auch möglich, denn wieviele benutzen für 3 oder mehrere Pferde ein Putzzeug?Im Endefekt kann nur dann was wachsen, wenn das Pferd kein Schutz entwickelt hat... oder?
ich denke, wenn der Virus mal im Pferd is, ist er nicht nur an der besagten Stelle, wo der Tumor wächst, sondern generell im ganzen Corpus.Dir Viren werden ja im Blut durch den Körper transportiert.Und solange ein Pferd keinen Immunschutz aufgebaut hat, aus welchen Gründen auch immer, werden Sarkoide immer wieder wachsen, oder sich bemerkbar machen
das sind meine Gedanken dazu, so zu sagen ;)
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Beitrag#8von Eline » 14. Mai 2008 08:08

Ich glaub da hats sich Dr.Müller ungeschickt ausgedrückt ....

die Viren gelangen schon von der Kuh ins Pferd mittels Stechviech (Blutströpfchen), aber sie wissen
nicht
, warum die Viren dann bei manchen Pferden Sarkoide auslösen können. Normal sind Viren ja wirtsspezifisch, also der Rindervirus dürfte dem Pferd normal nichts machen und er vermehrt sich im Pferd auch nicht.

Was mir aber unklar ist, wo wird der Virus nachgewiesen? Im Tumor oder im Blut? Also wie wurde festgestellt, das alle Sarkoidpferde diese zwei Viren haben.

Wäre auch intressant in Bezug auf histologische Befunde. Ich glaube ich maile mal Laboklin an, da braucht man einen der sich mit den Zellen auskennt :mrgreen:

Ich will sowieso noch mal den Dr. Johne anmailen
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Beitrag#9von Michi » 14. Mai 2008 08:11

i glaub im Tumor selber,..naja, aber irgendwie muss da Ding ja versorgt werden..aber TA entnehmen ja Gewebeproben...
i weiß net .....

jo, echt? jo, dann musst uns gleich bescheid sagen :mrgreen:
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Beitrag#10von taroza » 14. Mai 2008 10:29

Jep, die BPV Viren wurden direkt in den Tumoren festgestellt. Das stand in irgendeiner Studie, aber frag net wo :roll:

Wo her ist dieser Herr Johne? Der sagt mir grad noch nix.

(Den Thread find ich übrigens klasse!)
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Beitrag#11von Michi » 14. Mai 2008 10:31

da Johne is vo da leiziger uni?
hast du da keinen Bericht per mail von mir bekommen ?
der hat mal bei den Sarkoiden geforscht ;)
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Beitrag#12von taroza » 14. Mai 2008 10:55

Ach so, dann ist der das. Kam mir schon irgendwie bekannt vor. Ich konnte ihn nur nicht einordnen!
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Beitrag#13von Eline » 14. Mai 2008 17:52

und ich könnt ko... ich hab ja Unmengen von alten Schriftverkehr gehabt, ich bin ja die Frau die jeden nervt lol und hab die ganzen mails gelöscht, weil ich nie und nimmer an ein Forum gedacht habe :evil:

erst durch Micha, hab ich gedacht ich könnt mal wieder nerven lol
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Beitrag#14von Eline » 15. Mai 2008 16:15

Sehr geehrter Herr Johne,

Ein heißes Thema ist immer die *Ansteckung*, wobei wir festellen konnten, das sich bisher kein anders Pferd der Herde damit infiziert hat. Und dies teilweise über 10-15 Jahren. An Sarkoiden erkrankte Pferde, aber sofort nach dem eines aufgegangen ist und blutet ein vermehrets Wachstum auch an
anderen Stellen aufweisen. In einigen Dissertationen wird nun von Broström ein sogenanntes *Sarkoid-Anfälligkeitsgen* aufgeführt. Näheres konnte ich dazu aber nicht finden. Wir sind zumindest der Überzeugung, daß noch ein weiter Faktor zum Ausbruch führt.

****************************************************************************
Meine Frage war nun eigentlich, WO man die Infizierenung mit dem bovinen
Papillomvirus feststellen kann, im Blut generell oder im Tumor und welches Labor drauf spezialisiert wäre.
****************************************************************************
So könnte ich meine anderen Pferde rein intressehalber testen lassen, ob sie evt. Virusträger ohne Sarkoide sind.

vielen Dank erstmal, daß sie sich die Mühe machen, meine Fragen zu beantworten. Sehe ich es nun richtig, daß:

Virusinfektion ist die Papillomatose (Pferdewarzenvirus EPV) und wenn daraus eine Warze=Tumor wächst , dann nennt man dieses Gewächs Papillom.

Damit man es unterscheiden kann wenn es aus dem Rinderwarzenvirus(BPV1 u.2) wächst, heißt eben equines Sarkoid und das Sarkoid ist dem Fibrosarkom sehr ähnlich. Nur ein Sarkom wächst ohne Viren )

sogesehen:
Rinderwarzenvirus und Tumor = Sarkoid
kein Virus und selber Tumor = Fibrosarkom
Vorteil beim Virustumor ..keine Metastase
Nachteil ... keine Immunreaktion Sarkoide kommen immer nach, wenn Virus neu von außen eindringt

Pferdewarzenvirus und Tumor= Fohlenwarze
Virus wird vom eigenen Immunsystem erkannt und gekillt, Immunität besteht, Warzen fallen ab

Also, der bovineVirus kommt ursprünlich mittels Stechfliege von der Kuh zum Pferd, also ein Blutströpfchen auf Wanderschaft. In dem Blutströpfchen sitzt der Rinderwarzenvirus.

Nachweisen kann man nun nur, das die Pferde den bovinen Virus in sich
haben.

Nicht jedes Pferd mit bovinen Virus hat auch Sarkoide
aber jedes Sarkoidpferd den bovinen Virus (oder die zwei bovinen PV)

An der Stelle an der das Blutströpfchen eindringt, kann ein Sarkoid wachsen.
Der Virus ist nun zwar im Blut innen, aber da greift er nichts an, da kann
also nichts wachsen.

Bösartige Tumore wachsen ja auch nicht aus einem Virus im Blut, sondern
da geht eine Tumorzelle im Lymphsystem auf Wanderschaft.
Der Virus muß sozusagen mit einem Blutströpfchen raus aus dem Pferd(oder Kuh) und wieder über die Haut rein, damit dann an der Haut ein Sarkoid wächst.

Da der Virus zur KUH gehört, reagiert das Pferd nicht mit der typischen Warzenimmunantwort, wie bei den Warzenviren die den Pferd gehören(equine PV).

Und weil viele Pferde den Virus übertragen, aber keine Sarkoide haben, muß noch etwas dazu führen, damit die Sarkoide wachsen. Da wird ein vererbter Gendefekt erwähnt.

Das Immunsystem spielt halt dahingegen eine Rolle, daß die Tumorwachstumsgeschwindigkeit gebremmst wird. Oder sich eine entartete Zelle (die mit dem Blutströpchen in Berührung kam) nicht sofort 10000fach vermehrt und verückt spielt.

Ich möchte mich hiermit jedenfalls herzlich im Namen aller bedanken, ihre
Antwort hat uns sehr weitergeholfen und die obige ist somit auch die Letzte.



----- Original Message -----
From: "Reimar Johne"
Sent: Wednesday, May 14, 2008 10:03 AM
Subject: Antw: Re: WG: Equines Sarkoid, Papillomaviren u. andere
Tumore


Liebe Frau Riedel,
da ist viel Wahres dran, auch wenn einige Dinge (wie die Übertragung durch Stechfliegen) noch nicht völlig geklärt sind.der Nachweis des Virus gelingt am zuverlässigsten im Sarcoid selbst, für andere Gewebearten gibt es nur wenige Untersuchungen. Am Institut für Virologie, Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Leipzig, wurde in der Vergangenheit Papillomvirus-Diagnostik durchgeführt- dieses Institut hat auch Verbindungen zu pathologischen Untersuchungslabors, die eine histologische Untersuchung durchführen können. Bitte nehmen Sie vorab Kontakt mit Professor Dr. H. Müller auf
(virology@vetmed.uni-leipzig.de). Ich stimme Ihnen zu, dass bei der Übertragung dieser Erkrankung noch viele Punkte ungeklärt sind.

Viele Grüße
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Beitrag#15von Michi » 15. Mai 2008 20:08

nette Antort, was? :-?
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