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Brachytherapie


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Brachytherapie

Post#1by Eline » 23. Jan 2008 00:47

Brachytherapie

http://de.wikipedia.org/wiki/Brachytherapie
u.a. Forschungsgebiet des Prof. Knottenbelt aus Liverpool, wird bei uns meines Wissens beim ES nicht angewandt.
.....nur eine langweilige Frau hat einen perfekten Haushalt .....
Gruß Irene/ Eline
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Post#2by Tanja » 2. Apr 2008 08:20

In der Schweiz wird sie im Tierspital Bern in Zusammenarbeit mit der Klinik für Radio-Onkologie angewandt, allerdings meines Wissens bisher nur bei Sarkoiden im Augenbereich.

http://kro.insel.ch/bt-sarkoid0.html

In Deutschland biete die Tierklinik Aggertal (NRW) eine Röntgentherapie an, Zielgruppe flächige/grossflächige Sarkoide
http://www.tierklinikaggertal.de/pferde ... ntherapie/

Weiß jemand wie hoch die Kosten für so eine Behandlung sind oder zumindest in welchem finanziellem Rahmen man da liegt?

Gruß Tanja
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Post#3by Eline » 2. Apr 2008 12:55

Tanja,
da muß ich passen, ich habe es damals von meinem TA erfahren, muß aber in Deutschland *verboten* sein oder es gibt meines Wissens nicht mal eine Klinik die das macht.
Sofern ich weiß, sind das ja leicht radioaktive Implantate (Iridium) und die Auflagen sind enorm streng. Ruf doch einfach mal in den Kliniken an, würde mich sehr intressieren.

Radionuklid Art der Strahlung Halbwertszeit Ursprung bzw. Anwendung
Iridium-192 Beta, Gamma 74 Tage Prüftechnik, Medizin

Er hat mir nur gesagt, das Knottenbelt mit radioaktiven Implantaten arbeitet, ob das nun dies Brachytherapie ist und welches Iridium zum Einsatz kommt, ist halt die Frage. Ich wollt mich da mal schlau machen ..... aber man findet wenig.
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Post#4by Tanja » 3. Apr 2008 10:09

Hallo Irene,
danke für Deine Antwort.

Kontaktaufnahme per Mail mit den beiden genannten Kliniken habe ich schon versucht, leider Fehlanzeige.
Ist vielleicht auch nicht der optimale Weg gewesen ... . Ich muss in den nächsten Wochen eh mit unserem Hund zum TA wegen impfen und werde ihn dann mal darauf ansprechen.
Unsere Haflingerstute Mausi ist bei ihm in Behandlung wegen ESen im Euterbereich seit 6? Jahren, Tarantula, Eigenbluttherapie, Impfstoffgewinnung aus dem Sarkoid selber,Selgine, XXTerra, 2x wegschneiden, haben wir schon hinter uns, vielleicht ist Brachytherapie eine Lösung ??

Brachytherapie kommt meines Wissens ursprünglich aus der Humanmedizin, wird dort eingesetzt zur Behandlung von Prostatakrebs.
Prinzip ist wohl, dass man ein Implantat mit strahlender Substanz in unmittelbarer Nähe des Krebses eingesetzt wird, es gibt sogar ein Verfahren zum Nachladen der strahlenden Substanz in das Implantat.
Es werden scheins unterschiedliche Substanzen eingesetzt (siehe Link unten), ich weiss aber nicht mehr genau warum, habe die Dissertation vor längerer Zeit gelesen und "Frau" wird halt älter ... :-o

Ich weiss nicht, ob dieser Link in deiner Sammlung schon existiert, bin erst seit zwei Tagen auf dieser Seite unterwegs:
Dissertation von Gabriele Rogge an der Tierärztlichen Uni München,
beschreibt cirurgische Behandlung von Augenkrankheiten am Pferd (auch Equines Sarkoid), u.a. Brachytherapie
http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?i ... 409512.pdf

Da mit den Auflagen wirst Du sicher recht haben, denn der TA/die Klinik müssen spezielle Vorkehrungen treffen bzw.Vorschriften einhalten und auch Ausbildungen haben wegen der Radioaktivität des Implantats.

Wenn ich was Neues zum Thema Brachytherapie weiß, werde ich es hier reinschreiben.
Gruss Tanja

Hab gerade den Link in die Abteilung Dissertationen dazugeschoben
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Post#5by Buntpferd » 22. May 2008 23:36

Hallo zusammen!

Habe hier grade was aktuelles zum Thema gefunden:

NEU AB 2008 (voraussichtlich Mai) FÜR HUNDE, KATZEN UND PFERDE !!!!!!!!!!! : BRACHYTHERAPIE / Afterloadtechnik mit Iridium: Bei diesem Verfahren wird ein Tumor gewissermaßen "von innen" bestrahlt bei noch größerer Schonung des umliegenden gesunden Gewebes. Vorteil: weniger Fraktionen und somit weniger Narkosen als bei sonstigen Bestrahlungen z.B. mit Co-60 oder mit dem Linearbeschleuniger. Bei gleicher Wirkung!

Und zwar auf dieser Webseite eines Münchner-TAs:
http://www.tierhautallergie.de/
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Post#6by Tanja » 24. May 2008 07:21

Hallo Buntpferd,
danke für den Link.
Hab es schon ausgedruckt für meinen TA, der ist immer froh, wenn man ihm solche Sachen zukommen lässt.
Vielleicht wird das ja unsere nächste Therapie, falls wir bei der voraussichtlichen Kostenhöhe nicht umfallen ... :-?
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Post#7by Eline » 14. Oct 2008 07:16

wollte ich auch grad reinsetzen, weil ich grad in der Mitgliederliste gesehen habe, daß :arrow: vetdocmuc hier angemeldet ist.
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Brachytherapie bei Hauttumoren Pferd inkl Sarkoid

Post#8by Wendlberger » 22. Oct 2010 10:50

Liebe Forumsteilnehmer!

Mittlerweile haben wir die ersten Langzeit-Ergebnisse unserer Bestrahlungen mittels HDR (High Dose Rate) - Brachytherapie und sie sind sehr ermutigend. Über 80 % der Tumoren sind komplett abgeheilt und nicht wieder nachgewachsen. Bilder s. auch http://www.strahlentherapie-fuer-tiere.de

Zur Brachytherapie: man muss zwischen LDR (low dose rate) und eben HDR unterscheiden. Bei LDR (z.B. in Bern) wird radioaktives Material in den Tumor gespickt und verbleibt dort 1 Woche. Das Pferd ist in der Zeit radioaktiv und bei jedem Kontakt bekommt man selbst auch Strahlung ab. Dies wird in absehbarer Zeit aus Strahlenschutzgründen verboten werden. Bei HDR wird der Tumor mit Hohlkathetern gespickt, über welche dann nur während der Bestrahlung (je nach Tumor 3-5 Mal) radioaktives Iridium kurzzeitig eingeführt wird. Das Pferd ist nicht radioaktiv, wenn es die Klinik verlässt und das ist der große Unterschied.

Wir sind froh, dass wir den Schritt gewagt haben, da die Resultate einfach für sich sprechen.

Viele Grüße
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Post#9by Anja » 22. Oct 2010 11:33

Hallo Wendlberger,
vielen Dank für diese Information und herzlichen Glückwunsch.
Bei welchen Pferden emfehlen sie diese Methode? Welche Kosten sind damit verbunden und welcher Aufwand?
Soweit ich mich erinnere ist die Therapie sinnvoll bei wenigen Sarkoiden an schlecht operablen Stellen (Auge, Gelenknähe,...), weniger bei vielen Sarkoiden (z.B. Hals, Brust, Bauch...)
Richtig?
Vielen Dank

Anja
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Post#10by Wendlberger » 22. Oct 2010 14:28

Hallo Anja,

prinzipiell ist unsere Methode die gleiche wie die in Liverpool, aber mit dem Unterschied der fehlenden Strahlenbelastung für Tier und Personal und die schnellere Art der Bestrahlung aufgrund der höheren Dosis.

Bestrahlen kann man alle Tumoren, die leicht zugänglich sind und die nicht mit ausreichendem Sicherheitsabstand operiert werden können. Bei Sarkoiden weiß man, dass sie bei Rezidiven (Nachwachsen) die Tendenz haben, bösartiger zu wachsen und deshalb bietet sich auch an, nach einer Operation das Tumorbett zu bestrahlen, um mögliche restliche Krebszellen zu killen, bevor sie sich wieder vermehren. Hier genügt i.d.R eine Bestrahlung. Für flache Sarkoide verwenden wir jetzt gern die photodynamische Therapie (1 Behandlung i.d.R.)

Vorgehensweise: hängt natürlich auch vom Tumor ab und es gibt kein einheitliches Schema. Als Richtwert: oft sind 4 Bestrahlungen im Abstand von 2 Tagen nötig, dann werden die Katheter wieder entfernt. Bei HDR-Bestrahlungen muss immer auch ein Physiker anwesend sein, der auch bezahlt werden will. Kosten der Bestrahlung gesamt ca. 1200 bis 2500 ? netto, je nach Häufigkeit und Schwierigkeit. Viele Antworten gibt es auch auf der http://www.strahlentherapie-fuer-tiere.de und über diese kann man auch Fotos mailen und einfach mal anfragen.
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Post#11by Eline » 22. Oct 2010 21:33

super, danke :mrgreen:

ich werde dazu gleich mal ein extra Thema eröffnen, befürchte dass sonst diese hilfreiche Info im Forum unter geht.
In unsere Tierarztliste hab ich sie ja mit Verweis auf ihre Homepage schon aufgenommen.

Klappt das auch bei Plattenepithelkarzinomen am Penis oder außerhalb des Auges?
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Post#12by Wendlberger » 18. Jan 2011 18:00

Zur Frage von Eline:

>>Klappt das auch bei Plattenepithelkarzinomen am Penis oder außerhalb des Auges?<<

Ja - sehr gut sogar. Plattenepithelkarzinome sind viel strahlensensibler als Sarkoide, so dass die Aussichten hier sogar noch besser sind. Ist das Karzinom sehr oberflächlich, kann man u.U. die sog. PDT (photodynamische Therapie) anwenden. Dabei wird ein Sensitizer lokal aufgetragen, welcher sich selektiv in Tumorzellen anreichert und diese dann bei der Bestrahlung mit einer speziellen Lampe nach 4-5 Stunden abtötet. Die gesunden Zellen werden nicht geschädigt. Hier genügt meist eine einzige Behandlung. S. auch http://www.strahlentherapie-fuer-tiere.de. Wir unterscheiden von Fall zu Fall welche Art der Therapie zu empfehlen ist.

Hoffe, das erklärt Einiges.

Viele Grüße

U. Wendlberger
Dr. Ulrich Wendlberger

Fachtierarzt für Dermatologie (Wien)

Fachtierarzt für Kleintiere

Zus. Zahnheilkunde

Cert VD (Vet Dermatology)

Mühlbaurstrasse 45

81677 München

+49-89-980609

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Post#13by Eline » 18. Jan 2011 18:53

super, danke :mrgreen: wir verweisen im Forum eh schon immer auf eure Klinik :mrgreen:
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